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- 1000 AFRIKANER | katharina-schnitzler
1000 AFRIKANER alien are always the others Afrikaner auf AfD Tapete Das Projekt 1000 Afrikaner - eine Ausstellung mit Stationen in verschiedenen Städten Download Plakat zu Ausstellung 1000 Afrikaner_in Berlin 1 Afrikaner - aus der Serie 1000 Afrikaner Bilder von enternden Menschen vor den Küsten Europas, divergierende Gefühle auslösend. Mitleid, Schrecken, Angst, Distanz. Bilder, die immer näher kommen, anfangen zu rühren im Brei ungelehriger Ressentiments. Hilflosigkeit, Unachtsamkeit. Hingucken. Weggucken. Wegnehmen. Geben. Helfen. Hilfe. Eigenleben. Jede einzelne Geschichte ein Drama, ein Leben hinfort gespült in der Flut der großen Flüchtlingswelle. Blumen-Stillleben 1 Afrikaner aus der Serie 1000 Afrikaner work in process seit 2014 kleine Formate_Öl auf Leinwand „nature morte“ erinnert an die Vergänglichkeit alles Hiesigen. Eine Ermahnung, die Schönheit der Welt durch ihre Sterblichkeit wahrzunehmen. Die Darstellung toter, bzw. regloser Gegenstände avancierten im 17. Jahrhundert in den Niederlanden zum Prestigeobjekt. Ein Symbol der Reinheit als auch des Todes. Eine Bildsprache auch für Individualität, den Charakter und die Zartheit - beseelt, voll Hoffnung, vergänglich und ungefährlich. Blumen-Stillleben aus der Serie 1000 Afrikaner inspiriert durch Tobias Rehbergers „Portraitgefäße“ sowie Ai Weiwei´s „1000 Chinesen; Dokumenta und "Ostafrikas gefährliche Blüten" Billigproduktion von Blumen für Europa (unsere Postkoloniale Verbindung) - - Video auf youtube von Joachim Schaefer, Katharina Schnitzler 10000 Afrikaner, bei ARTHERB https://www.youtube.com/watch?v=0s8L23RKKm4 - Das Vermögen der Malerei. Zur aktuellen Ausstellung „1000 Afrikaner“ von Katharina Schnitzler in der mianki Gallery, Berlin vom 21. Januar bis 12. März 2016. Von Andrea-Katharina Schraepler, Kunsthistorikerin, Berlin Würde man als Besucher der mianki Gallery nur den Titel „1000 Afrikaner“ der Werkserie von Katharina Schnitzler kennen, wäre man völlig überrascht davon, Blumenbilder statt Porträts von Afrikanern vorzufinden. Geht das überhaupt? Blumen als Analogie für dieses komplexe und hoch politische Thema der Flüchtlingskrise auszuwählen? Ja, unbedingt! Denn es gelingt Katharina Schnitzler, den Betrachter über die Auseinandersetzung mit ihrer Malerei zu vielschichtigen bildästhetischen Betrachtungsweisen anzuregen. Übertragen auf die Flüchtlingsdebatte macht sie auf die zwingende Notwenigkeit eines differenzierten Sehens, eines sensiblen Umgangs mit diesem Thema und damit auf die Problematik von einseitiger Wahrnehmung aufmerksam. Auf formaler Ebene drückt die Künstlerin von Anfang an das Fehlen einer Einheit und da-mit jegliche Form einheitlicher Wahrnehmung durch die Mehrteiligkeit der Leinwände aus. So teilt sie meistens ein Motiv auf zwei oder drei Leinwände auf, selten belässt sie es voll-ständig auf einem Format. Auch variiert sie vereinzelt innerhalb der Serie die Leinwandform von kreisrund bis oval. Zudem verwehrt die Bildstruktur des Seriellen und vor allem die immense Anzahl von Hunderten ringsum gehängter Leinwände die Möglichkeit der Erfassung des Bildganzen. Stattdessen verliert sich der Blick des Betrachters immer wieder im einzelnen Werk. Verstärkt wird diese Anmutung durch die unterschiedlichen Tiefen der Bildträger, die vereinzelt nahezu Objektcharakter aufweisen. Das Spiel mit diversen Raumtiefen rhythmisiert und dynamisiert die Installation und damit den Blick des Betrachters. Diese visuelle Überforderung ist inhaltlich motiviert und versinnbildlicht die gesellschaftliche Herausforderung auf bildästhetischer Ebene. Inhaltlich trennt die Malerin oftmals die Blüten von Stielen und Wurzeln. Die Blumen sind mit und ohne Wurzeln abgebildet und dergestalt partiell in Vasen eingestellt. Mit dieser Parzellierung fragt Katharina Schnitzler nach dem Thema der Zusammengehörigkeit von Blüte und Wurzel, aber auch nach unserer Präferenz, da auch das Größenverhältnis von Wurzel und Blüte variiert. Auch exponiert die Künstlerin die Frage nach der Entwurzelung, denn im Unterschied zu unserer Bildkultur, in der die Wurzel selten als Motiv auftaucht, zeigt die Malerin immer wieder Blumen mitsamt ihren Wurzeln. Die Wirkung ist eine viel verletzlichere. Der Betrachter ist aufgefordert, eine Analogie zwischen den Wurzeln und der Flucht der Afrikaner aus ihrer Heimat herzustellen, aber auch nach der psychischen Voraussetzung künftiger Blüten zu fragen. Von der buchstäblichen Vielschichtigkeit dieses diffizilen Themas spricht der aquarellartige Farbauftrag, der in mehreren Ebenen übereinander gelegt ist, so dass eine räumliche Tiefe entsteht. Diese besondere Maltechnik, die aus einer Mischung von dünnflüssiger Öl- und Acrylfarbe besteht, schafft eine transluzide Oberfläche. Die Oberfläche ist für Katharina Schnitzler insofern Bedeutungsträger, als dass sie mit der Qualität ihrer Beschaffenheit Berührbar- bzw. Verletzbarkeit ausstellen will. Gemeinsam mit der fluiden Malweise kommt ein transitorischer Aspekt ins Bild, der die Schönheit blühender Blumen an der Schwelle ihres Verblühens zeigt. Der Gefahr des Gefälligen, das dem Thema Blumen gemeinhin innewohnt, entgeht die Künstlerin nicht zuletzt durch ihren vermeintlich frechen und triefnasigen Duktus, mit dem sie herkömmliche Definitionen des schön Gemalten weit hinter sich lässt. Dieser Eindruck wird durch das ansatzweise dissonante Farbspektrum, das von zarten Pastelltönen über schrille Neonfarben bis zu morbidem Schwarz reicht, unterstrichen. Bewusst anmaßend ist auch der Gestus der Malerin, jede Leinwand seitlich mit „AFRIKA-NER“ und der entsprechenden Nummerierung bis zur Anzahl 10000 zu versehen. Hier persifliert sie den Wunsch nach Übersicht und die Subsumierung des Individuums unter dem Sammelbegriff „AFRIKANER“. In ihrer jüngsten Werkserie „No Return“, zum ersten Mal bei mianki ausgestellt, wechselt die Künstlerin innerhalb der Flüchtlingsthematik die Perspektive. Sie zeigt uns die vermeintliche Wirklichkeitsaneignung der Flüchtenden. Hierzu ändert sie ihre künstlerische Ausdrucksweise vollständig. Die Formate werden überlebensgroß und der Stil abstrakt. Die Malerei geht analog zur unbestimmten Zukunft der Menschen ins buchstäblich Offene. Der Künstlerin Katharina Schnitzler gelingt es, im gedanklich freien Raum der Kunst eine intelligente und ästhetisch differenzierte Antwort auf die in unserer Gesellschaft zunehmend polarisierten Haltungen zur Flüchtlingsdebatte zu finden. Es ist zu wünschen, dass der Denkraum, den sie eröffnet, möglichst viele Menschen erreicht. Text von Joana Tischkau zur Eröffnung "1000 Afrikaner" in der Galerie ARTHERB, Wetzlar Willkommen. Fragezeichen. Wie ein Publikum begrüssen welches gekommen ist um eine Arbeit zu betrachten welche nach einer Willkommensgeste sucht? Wie anfangen über Bilder zu sprechen die eine vermeintliche Angst vor Berührung durch ihre Symbolik überwinden möchten? Zuallererst möchte ich mich vorstellen. Mein Name ist Joana Tischkau, ich verstehe mich selbst auch als Künstlerin die zwischen den Disziplinen Tanz, Theater und Performance arbeitet. In meiner eigenen Arbeit versuche ich mich unter anderem künstlerisch-kritisch mit Rassismus, Sexismus und dem Blick und Diskurs um und auf schwarze Körper auseinander zu setzten. Ich möchte Einblicke in meine Lebensrealität als schwarze Frau in Deutschland geben, und das tue ich auch heute, hier. Ich habe keine Flucht Erfahrung, und auch definiere ich mich nicht über meinen sogenannten Migrationshintergrund. Ich bin keine Afrikanerin, an manchen Tagen bezeichne ich mich vielleicht als afro-deutsch, aber meistens bin ich schwarz. Was aber legitimiert mich nun dazu heute hier zu sein und über Katharina Schnitzlers Arbeit ‚1000 Afrikaner’ welche die aktuellen Bilder Geflohener vor den Küsten Europas als Ausgangspunkt nimmt, zu sprechen? Vor knapp 4 Wochen kam Jaqueline Wood zu dem monatlichen Treffen der Regionalgruppe der ISD. Mein erster Gedanken war die Freude darüber ein neues Gesicht in der Runde zu sehen. Die ISD als bundesweiter Verein ist ein Zusammenschluss Schwarzer Menschen in Deutschland der es Sich zum Ziel gemacht hat die Interessen hier lebenderSchwarzer Menschen zu vertreten, ein Netzwerk dieser zu etablieren, Schwarzes Bewusstsein zu fördern und sich gegen Rassismus einzusetzen und zu engagieren. Mir dienen die monatlich statt findenden Treffen als geschützter Raum in welchem ich über meine persönlichen Erfahrungen aber auch über gerade in den Medien aktuelle Diskussionen und Debatten zum Thema Diskriminierung und Rassismus (wie z.B. die aktuelle Berichterstattung zu Europas Flüchtlingspolitik)sprechen kann. Dieser Raum ist auch gefüllt mit Konversationen welche mich daran erinnern dass es sich bei meinen Erfahrungen rassistischer Diskriminierung nicht um Ausnahme Situationen und Begegnungen handelt sondern dass Rassismus strukturell und systematisch unser aller Denken bestimmt, in unserem Gesellschaftlichen Miteinander verortet ist. Wie auch Katharina Schnitzler in ihrem Werk ‚1000’ Afrikaner keine politisch-korrekte Vollkommenheit für Sich beanspruchen kann und vielleicht auch nicht möchte, behebe auch ich keinen Anspruch auf eine allgemein Gültige Wahrheit sonderngebe ihnen Eindrücke wieder die mir als Rezipientin ihrer Kunst gekommen sind. Als Jaqueline uns das erste Mal von diesen Arbeiten erzählte war ich irritiert. Als ich mir dann später einige Beispiele der Serie 1000 Afrikaner anschaute war ich wütend. Ich war wütend, wütend, angesichts so viel vermeintlicher Naivität, Verallgemeinerung, Stereotypisierung und einer in meinen Augen inflationär verwendeten Symbolik. Warum handelte es sich um 1000 Afrikaner? Wo waren die Afrikanerinnen? Handelte es Sich nur um männliche Schwarze Subjekte, in den Augen einer weißen Frau? Welche Bilder von Afrika werden hier produziert, benutzt, erzeugt? Das Bild des zwar exotischen und farbenfrohen doch zugleich von Armut und Krieg gebeutelten Kontinents, dem durch diese Darstellungsweise wie allzu oft seine Vielfältigkeit abgeschrieben wird? Offizielle Statistiken dokumentieren dass nur ein kleiner Teil der derzeit in Deutschland ankommenden Asylsuchenden afrikanischer Herkunft sind. Die Mehrheit kommt aus den aktuellen Krisengebieten wie Syrien aber auch den europäischen Nachbarländern Kosovo und Albaniens, und ja ein Teil kommet auch aus Nordwestafrika, Eritrea um genau zu sein. Inwieweit kann also der Titel dieser Arbeit repräsentativ für die medial omnipräsente Welle Geflohener sein? Sind es nicht genau diese von den Medien verbreiteten Bilder von in Booten sitzenden Schwarzen Menschen die uns dazu bringen in jedem Menschen dunkler Hautfarbe dem wir begegnen einen Geflohenen, Vertrieben zu sehen? Führt diese verallgemeinernde Darstellung nicht zu einer weiteren Stigmatisierung aller in Deutschland lebender Schwarzer Menschen? Werden in diesen Bildern Fragen nach einer in Deutschland nicht vorhandenen Willkommenskultur gestellt? Möchte diese Arbeit diesen Stein ins Rollen bringen? Eine Begrüssung mit Blumen? Ist diese Idee nicht fern von der Realität wie Sie ferner nicht sein kann? Meiner Erfahrung nach, zum Beispiel im Erstaufnahmelager in Friedland, werden Asylsuchende, systematisch in ganz und gar nicht einladenden Unterkünften untergebracht, teilweise in der tiefsten Provinz oder gar in Gegenden mit starker Präsenz rechtsextremer Gruppierungen. Diese Bilder kennen wir auch alle all zu gut aus den Medien. Katharina Schnitzler treibt mit ihrer Serie 1000 Afrikaner die Reduzierung und Generalisierung so weit dass Schicksale nur durch ihre Nummerierung voneinander unterschieden werden, Afrikaner 976, neben Afrikaner 977, 978.... Bringt diese Praxis doch gleichzeitig Erinnerungen an die Diaspora, den transatlantischen Sklavenhandlung, deutsche Kolonialgeschichte und natürlich auch die Kennzeichnung der Häftlinge in den Konzentrationslagern des Nationalsozialismus mit sich. Dieser enthumanisierenden Geste welche in Identitätsverlust mündet, ist die verführerische Schönheit der abgebildeten Blumensträuße entgegengesetzt. Und halt. Einen Moment Luft hohlen. Ich spüre: ich bin berührt. Ich lasse mich ein. Ich stehe nun hier und habe mich mit Elan und sehr intensiv mit der Malerei von Katharina Schnitzler auseinandergesetzt. Trotz meiner kritischen Lesart berühren die Bilder mich durch ihren poetischen Charme. Sind Sie nicht ein wunderbarer Anfang einer Auseinandersetzung mit einem gewaltigen Thema? Ein Spiegel vielleicht unsere eigen verallgemeinernde Sichtweise zu hinterfragen? Eine engagierte Künstlerin, die über Ihre Kunst mit uns als BetrachterInnen darüber in Kontakt kommen will? Ihre eigene Verzweiflung Überforderung aber auch vielleicht ihre Naivität offen legt um die Grundlage für ein Gespräch, eine Diskussion zu legen. Ich sehe Mut machendes Potential, einen Anstoß, den Wunsch und Aufruf uns zu öffnen, zuzugehen, einen neuen Umgang zu finden mit jenen Menschen, die da zu uns kommen? Die Malereien in ‚1000 Afrikaner’ zeigen aber doch gar keine Geflüchteten und auch keine Schwarzen Menschen sondern Blumen.Blumen; der Erde entrissen, entwurzelt. Wer oder was ist es welches uns entwurzelt? Was ist das genau dieses Gefühl der Entwurzelung, und wie können wir es überwinden? Ich werde oft nach meinen Wurzeln gefragt, wo Sie denn lägen, was Sie denn wären und ob ich mir nicht etwas fehlen würde, durch die Ungewissheit ihrer exakten Definition. Für mich bedeutet dieser ständige Verweis auf meinen vermeintlichen Ursprung, meine Verbundenheit zu einem angeblichen Ausgangspunkt auch, nie richtig ankommen zu können. Immer an eine vermeintlich Reise, aus dem dort, hin zu dem hier erinnert zu werden. Wie mag es da den Geflüchteten gehen? In meinen Augen birgt die Arbeit ‚1000 Afrikaner’ also auch die Frage wie wir eine Atmosphäre der Zugehörigkeit für die in Deutschland nach Asyl suchenden schaffen können ohne dabei ständig auf ihre mutmaßliche Heimatlosigkeit hin zu weisen. Denn sonst definieren wir ihre Identität einzig und allein durch ihr Schicksal, das Schicksal des Geflüchteten, Menschen verlieren ihre Gesichter und werden zu Blumen. Ich sehe in der Arbeit aber auch den Aufruf diese Lesart, meine Lesart zu hinterfragen, miteinander in Gespräch zu kommen. Den Aufruf anders zu schauen, etwas anderes zu sehen, Blumen, Menschen, Afrikaner, Geflohene, mich und Sie, Blumen als Willkommensgruß, Blumen als Verabschiedung für einen Verstorbenen, einfach nur Blumen. Bilder welche uns zu tiefst berühren, erschüttern und im gleichen Moment unendlich lähmen. Wie umgehen mit der Überforderung, Verzweiflung, der Angst vor der eigenen Unwissenheit diese Themen verhandeln zu können, zu dürfen? Wie das Gesehene, das Gesagte wahrnehmen, reflektieren, wie darüber sprechen? Dies ist ein Versuch. Willkommen. Ausrufezeichen.
- LOOK AT THE BIRDS | katharina-schnitzler
LOOK AT THE BIRDS_Edith Held + Katharina Schnitzler Zwei Kunstgattungen im Dialog Der Retrospektive besondere Beachtung zu schenken, ihr mit Neugierde und Aufgeschlossenheit zu begegnen und dadurch etwas Neues zu kreieren, ist das Anliegen beider Künstlerinnen. „…das ist das Erstaunliche, dass wir uns zusammen in die Rakete setzen und loszischen“ Katharina Schnitzler Der countdown lief und die Rakete startete: Ein gemeinsames Kunstprojekt begann. Edith Held, Fotografin und Katharina Schnitzler, Malerin, widmen sich der Biografie ihrer eigenen Kunstform im kreativen Austausch. Im Bewusstsein, dass sich Vergangenes auch auf die Gegenwart auswirkt, beginnen die Künstlerinnen sich mit ihren frühen Werken, die einen Entstehungszyklus von ca. 20-25 Jahre umfassen, auseinanderzusetzen – mit viel Wertschätzung des zeitlichen Kontexts ihrer Entstehung. Dabei gehen sie Fragen nach wie etwa: welche Technik bei meiner Arbeit hat mich damals interessiert? Was davon ist noch heute Bestandteil in meinem Schaffen? Welche Themen und Ausdrucksformen waren mir damals wichtig? Was aus dieser Zeit hat meine Kunst im Heute geprägt? Im dynamischen Prozess dieser Auseinandersetzung entsteht schließlich das Thema der Ausstellung: Gemeinsam Werke vergangener Schaffenszyklen hervorbringen ins Hier und Jetzt, und durch kunstvolle Synthesen etwas Neues entstehen lassen. Zwei unterschiedliche Kunstgattungen treffen sich im Dialog, eine wechselvolle Beziehung zwischen Fotografie und Malerei – Licht und Leinwand ergänzen sich zu einer Einheit. Das Gattungssprengende präsentiert sich dabei selbstbewusst durch die intuitive Bildauswahl von Edith Held und Katharina Schnitzler. Sie kombinieren assoziativ malerische und fotografische Herangehensweisen, Motive und Techniken, und erschaffen so eindrucksvolle Bildwelten, die irgendwo zwischen Realität und Fiktion beheimatet sind. Die Lebensphilosophie von Katharina Schnitzler: „zu zweit kann man Stärken entfalten, mit mindestens doppelter Wirksamkeit “, wird zur programmatischen Grundlage des Ausstellungskonzepts. Und die Zusammenstellung der einzelnen Werke in Form von Pendants folgt ihr konsequent. Bildpaaren werden Überschriften zugeordnet, mit teilweise dadaistischem Charakter – die Titel sind gezielt offengehalten und assoziativ. Sie dienen als Hinweis, bieten Einstiege für Betrachter:innen und lassen der individuellen Vorstellungskraft freien Lauf. Unter der Überschrift: REGEN AUF DEM BERG wird beispielsweise das Portrait eines Schimmels vor grauem Hintergrund mit rosa eingefärbter Mähne präsentiert. Die Arbeit trägt den Namen „Rocky Stallone“ und ist 2008 entstanden. Als Bildpartner ist eine in aufwändiger Mischtechnik, mehreren Farbschichten sowie Texturen und überwiegend in Rottönen gemalte Leinwand von Katharina Schnitzler vorgesehen, mit dem Titel „so far“ aus dem Jahr 2019. Die Kunstwerke von Edith Held und Katharina Schnitzler könnten kaum unterschiedlicher sein und sind doch im Kern überraschend verwandt. „… ich verstehe unsere Arbeiten als Anregungen zum Weiterdenken. Manchmal glaube ich, man denkt immer viel zu schwer“. Edith Held LOOK AT THE BIRDS regt auf unkonventionelle Weise dazu an, sich aus starren Konventionen, die Sehgewohnheiten betreffend, zu befreien. Der Vogel gilt von alters her als Symbol der körperlosen Seele, der freien Gedanken oder der Transzendenz. Dieses Kunstprojekt dient unter diesem Aspekt auf jeden Fall als Inspiration für Leichtigkeit und Unbeschwertheit. Text von Katharina Mokross, Hamburg, für den Katalog zur Ausstellung 2021 in der Galerie mianki, Berlin Regen auf dem Berg Rocky Stallone_2008_ Foto auf Ilford Papier_Museumsglas_100x65 cm so far_2019_Mischtechnik auf Leinwand_50x40cm Verlangen
- Curriculum Vitae
Die Berliner Künstlerin Katharina Schnitzler zeigt eine Auswahl ihrer Bilder und Bildinstallationen sowie Eindrücke ihrer aktuellen Ausstellung. VITA_CV 1999 - 2003 Master of Art, UdK Berlin 1995 - 1999 Diplom Kunsttherapeutin- und Pädagogin, FH Ottersberg 1963 in Düsseldorf geboren, lebt und arbeitet in Berlin und Apulien/Italien AUSSTELLUNGEN _ EXIBITIONS 2025 WETTERLEUCHTEN, Kunstverein PROJEKTRAUMKUNST, mit Claudia Kallscheuer (s) ENGEL KÖNNEN NICHT STERBEN, mianki Gallery, Berlin (s) ANONYME ZEICHNER*INNEN, Berlin Kreuzberg + Erfurt (g) 202 4 SCHAMA + SCHNITZLER, Verein der Berliner Künstlerinnen1867 (s) mianki and friends, Berlin STOFFA, garden, House of Lucie, Ostuni It. summer 24 (s) Look at the birds, Kunstverein Erlangen, mit Edith Held (s) MEHR STOFF, r aum für Gäste, Aachen, mit Claudia Kallscheuer(s) Ferderleicht, Verein Berliner Künstler, Berlin 2023 ZERO: ARTLAB, KunstLANDing, Neuer Kunstverein, Aschaffenburg TO BE NAMED, Haus Kunst Mitte, Kooperation: Bard College, Kunst Haus Dahlem, HKH AUF WUNDER WARTEN, mianki.Gallery, mit Ev Pommer (s) INNEHALTEN, Alte Feuerwache Berlin, mit Ev Pommer (s) LUFTHOLEN, Kunsthaus Potdsam, mit Ev Pommer (s) PORTRÄTIERT_ im ATELIER VdBK 1867, Berlin 2 022 AUFLÖSUNG/ RESOLUTION, Win win_Sterna+Egger Projekt, Kulturbahnhof Kassel/Documenta 15 (s) TROUBLED NATURE, Haus Kunst Mitte, VdBK, Berlin Uferhallen Aktien, nbk, Uferhallen Berlin, Art Week mianki + friends, "peace-no war" 2021 "look at the birds" mit Edith Held, mianki Gallery (s) Gas-station, Berlin, Fenster (s) 2020 "Friends" mianki Gallery " 40 in 40", Museum Eberswalde "look at the birds"_Pohl gallery weekend_mit Edith Held (s) 2019 "SIE TRÄUMEN", mianki Gallery (s) Galerie Holthoff-Mokross, HH, Zeichnung#004 2018 mianki Galery KATS + Kupfer "1000 Afrikaner", mit facing finance in Bremen 2017 "Schöner war gestern", mianki Gallery (s) "Schöner war gestern" Galerie P13, Heidelberg (s) Kunstverein Villa Spotte, Bremen (s) "1000 Afrikaner", Böke Museum Leer (s) Millentor Gallery, Hamburg 2015 "1000 Afrikaner", ARTHERB Galerie, Wetzlar (S) Millentor Gallery, Hamburg Kunst am Spree Knie, Berlin 2014 "Ich will eine", mianki Gallery, Berlin (S) ----- "ich zeichne Dir ein Pferd,...", Galerie Gold, Ingelheim (S) 2013 "Im falschen Traum", mianki Gallery, Berlin (S) Opening Kunsthalle, Deutschen Bank, Berlin 2012 "Lie Laboratory", Jindrichuv Hradec, Tschechien (S) "Gleich Anders", mianki Gallery, Berlin "Daily Soap", Galerie Purple Canvas, München (S) Uferhallen Kunstaktien Projekt, Berlin 2011 "Respect", Galerie Purple Canvas, München Kunstadventskalender im Schaufenster BMW, Berlin "About love and trouble", Galerie Mianki, Berlin (S) "Silent Wishes - in Erinnerung an einen toten Hasen", Galerie Purple Canvas, München (S) 2010 Kunstverein Altes Rathaus Musberg, "I have been to paradise"(S) Galerie Theater Bremen "Vorhang" (S) 2009 Galerie Golkar, Bonn (S) Kunstverein Kunsthaus Potsdam 2008 Kunst-Bilderbuch "Glück gefunden", erschienen am 01.10.08 Galerie Golkar, Berlin Galerie Meisterschüler, Berlin 2007 Urania, Berlin mit Aktionsbündnis Landmine.de Galerie Hellenthal," Chambre de Poupée " Kunsthaus Potsdam, " Damals . Jetzt " Deutscher Bundestag Berlin, mit Aktionsbündnis Landmine.de Stadtgalerie Eberswalde 2006 Galerie Hellenthal, Akte Kunsthaus Potsdam, Piccoli Galerie Hellenthal, Berlin (S) 2005 Mitarbeit am Buch " Das macht mich stark ", von Ulrike Folkerts, Südwest Verlag Kunstverein Kunsthaus Potsdam "Editionen " Kunsthaus Eppendorf Hamburg 2004 Kunstverein Land Kunst Leben, Steinhöfel Kunstverein Kunsthaus Potsdam 2003 Kunstverein Kunsthaus Potsdam Kunstverein Frankfurt (O) 2002 Verborgenes Museum Berlin Abgeordneten Haus Berlin mit der GEDOK Kunst am Bau, für die Hanseatische Baufinanz (S) Kunstverein Frankfurt (O), Künstlersymposion 2001 Bodeninstallation für GESO-Bau Berlin (S) Lichtinstallation " Rosa Raum ", mit der UdK Berlin (S) Künstlerbahnhof Westend 2000 "Feminist Utopias", "Freundschaft", Toronto, Canada 5 Stunden Galerie Berlin 1999 Installation im öffentlichen Raum, St.Jürgens Krankenhaus Bremen Galerie auf der Burginsel, Kulturamt Delmenhorst " Vor dem Spiel ist nach dem Spiel " (S), Siemens Berlin 1993 Generator Gallery, New York (KATS + CON Schnitzler) 1990 Generator Gallery, New York (KATS + CON Schnitzler) (S)=Soloshow w orks in private and public places - Neuer Berliner Kunstverein - H.H. Sheikh Mohammed Bin Rashid al Makttoum, Ruler of Dubai - H.R.H. Princess Haya Bint al Hussein - Rania Al Abdullah, Queen of Jordan - Jumeirah Carlton Tower, London, UK - Grand Lisboa Holtel & Casino Macau, China - Jumeirah Al Kohr, Dubei, UAE - Jumeirah Frankfurt 2017-2022 durch mianki Gallery auf der Position und Art Karlsruhe vertreten. seit 2006 Mitbegründerin/Vorsitzende "kulturvoll e.V"
- ZEICHNUNG | katharina-schnitzler
ZEICHNUNGEN auf Papier, Magazinseiten entstehen meistens in Themen - Serien. | DRAWINGS on paper, magazine pages are usually created in topic - series. CORONA BLAU Serie von Zeichnungen auf DinA3, Buntstift Begonnen April 2020 Zählung – 296 Striche pro Minute CORONA BLAU (Vielleicht ein Tagebuch in Strichen?) Ich schaue in den Himmel – wer weiß was kommt? Ich bin in der Natur, sie ist „Blau“, tief, geheimnisvoll. Sie wird am Ende überleben – egal, was wir veranstalten. Ich lasse mich ein auf das eine Wissen und vergesse für Momente meine Angst, mache mir die Natur zur Freundin, verbünde mich und tauche ab in die unendlichen Weiten des Blau. SERIE VERSCHWINDE Bleistiftzeichnung auf überstrichener Magazinseite von 2019/2020 VERSCHWINDE - HINTER IRGENDEINE RINDE - HINTER DEN NÄCHSTEN BRETTERZAUN - IN EINER HECKE - UM DIE ECKE - AUS MEINEM LEBEN - AUS MEINEN GEDANKEN - AUS DIESER WELT CORONA BLUE Series of drawings on DinA3, Crayon Started in April 2020 Counting - 296 strokes per minute CORONA BLUE Maybe a diary in dashes? I look at the sky - who knows what's coming? I am in nature, she's "blue," deep, mysterious. She'll survive in the end, no matter what we do. I let myself in on the one knowledge and forget my fear for a moment, make a friend of nature, join forces and go underground into the infinite vastness of the blue. SERIES GET LOST Pencil drawing on overpainted magazine page from 2019/2020 GET LOST - BEHIND ANY TREE BARK - BEHIND THE NEXT PICKET FENCE - IN A HEDGE - AROUND THE CORNER - OUT OF MY LIFE - FROM MY THOUGHTS - FROM THIS WORLD
- EV+KatS | katharina-schnitzler
Ev Pommer - Bildhauerin und Katharina Schnitzler - Malerin Gemeinschaftsprojekt Wir vertreten künstlerische Positionen, die Räume ausloten, sprechen mit unseren Arbeiten konkret und abstrakt über Schweres und Leichtes – das Alltägliche und das Unerträgliche - das Unerhörte und das nicht Gesehene. Katalog_EV Pommer+Katharina Schnitzler.pdf Text von Julia Kochanek Ausstellungsansicht Kunstverein KunstHaus Potsdam F otos © Bernd Hiepe
- ÜBER-MAL | katharina-schnitzler
ZEICHNUNGEN auf Papier, Magazinseiten entstehen meistens in Themen - Serien. | DRAWINGS on paper, magazine pages are usually created in topic - series. TEXT ZU DEN SERIEN ZEICHNUNGEN auf Papier, Magazinseiten entstehen meistens in Serien. Zeichne mir ein Haus, einen Hund! Zeichne mir eine Welt, in der die harten Kanten wattig werden! Nein, ich zeichne Dir und mir etwas zum Lachen, wir brauchen einen Strohhalm, der uns eine Richtung zeigt. Es gibt nie nur eine Realität. Es gibt einen Anfang und ein Ende, aber das ist nicht sicher. Leute, die mit Geistern reden, können vielleicht unsere Welt retten. Manche Kinder können das, Künstler:innen manchmal und ich bin auf der Suche nach allen anderen. Musik schwebt – Teppiche fliegen – Menschen husten, sind klein – Bedeutung ist ohne Bedeutung. Und ich weiß, flüchten hilft nicht. - Die Erde ist rund und keine Scheibe. Zeichne mir ein Schaf! DRAWINGS on paper, magazine pages are usually created in series. Draw me a house, a dog! Draw me a world where the hard edges become wadded! No, I‘ll draw you and me something to laugh at, we need a straw to show us a direction. There's never just one reality. There's a beginning and an end, but it's not certain. People who talk to spirits may be able to save our world. Some children can, artists sometimes and I'm looking for everyone else. Music floats - carpets fly - people cough, are small - meaning is without meaning. And I know, fleeing does not help. - The earth is round and not flat. Draw me a sheep!
- COLOR | katharina-schnitzler
SERIE -> LA DOLCE VITA - RESERVE Aqarellzeichnung auf DIN A5 | begonnen 2022 | 3 Zeichnungen übereinander in einem Rahmen gestapelt ergeben die Reserve schöner Momente
- BEFORE PAPER | katharina-schnitzler
ZEICHNUNG | DRAWING | DISEGNO TEXT ZU DEN SERIEN ZEICHNUNGEN auf Papier, Magazinseiten entstehen meistens in Serien. Zeichne mir ein Haus, einen Hund! Zeichne mir eine Welt, in der die harten Kanten wattig werden! Nein, ich zeichne Dir und mir etwas zum Lachen, wir brauchen einen Strohhalm, der uns eine Richtung zeigt. Es gibt nie nur eine Realität. Es gibt einen Anfang und ein Ende, aber das ist nicht sicher. Leute, die mit Geistern reden, können vielleicht unsere Welt retten. Manche Kinder können das, Künstler:innen manchmal und ich bin auf der Suche nach allen anderen. Musik schwebt – Teppiche fliegen – Menschen husten, sind klein – Bedeutung ist ohne Bedeutung. Und ich weiß, flüchten hilft nicht. - Die Erde ist rund und keine Scheibe. Zeichne mir ein Schaf! FRAU ALS TÖRTCHEN Erinnern wir uns an die Damenwelt vor der Französischen Revolution, das Mieder liegt eng an, die Taille ist geschnürt unter reichlicher Verwendung von falschen Haarteilen wurden den Damendes Biedermeier phantasievoll ausladende Frisuren aufgesteckt Törtchen?! Er kommt, vernascht sie und übrig bleibt ein Häufchen. FEMINIST Stimmt das? - Männer, die als Selbstmordattentäter Menschen ermorden, erwartet im Jenseits 50 Jungfrauen - Männer vom IS, die von einer Frau getötet werden, bekommen keine einzige Jungfrau DARKROOM like dark room, like back room for light-sensitive connections. MANN MIT HÜNDCHEN Diese Serie ist Inspiriert durch Anton Tschechows Erzählung „Dame mit dem Hündchen“. „... dem Leben mehr zu entreißen, als es zu geben vermochte.“ Die Liebe als das ewig umworbene Lebenselixier. KATE MOSS WAS SITTING HERE Namedropping, wer kennt hier wen und wer ist am aller wichtigsten? Ran an die Vitamin B´s dieser Welt! Herr Rorschach kannte seine Pappenheimer, ebenso wie Andy Warhol. DUCKFACE Serie Zeichnung auf Papier Praktizierende Menschen des Duckface erhoffen sich durch diese Mimik Sympathie, Attraktivität und Freundlichkeit auszudrücken. TEXT ZU DEN SERIEN DRAWINGS on paper, magazine pages are usually created in series. Draw me a house, a dog! Draw me a world where the hard edges become wadded! No, I‘ll draw you and me something to laugh at, we need a straw to show us a direction. There's never just one reality. There's a beginning and an end, but it's not certain. People who talk to spirits may be able to save our world. Some children can, artists sometimes and I'm looking for everyone else. Music floats - carpets fly - people cough, are small - meaning is without meaning. And I know, fleeing does not help. - The earth is round and not flat. Draw me a sheep! WOMAN AS A TARTLET Let’s recall the women’s world before the french revolution. The girdle is tight, the waist is laced and the ladies of the Biedermeier period were decorated with huge amounts of false hairpieces to create imaginative, expansive hairstyles. Tartlet? He comes, he’s eating her up and what remains is a little heap. FEMINIST Stimmt das? - Männer, die als Selbstmordattentäter Menschen ermorden, erwartet im Jenseits 50 Jungfrauen - Männer vom IS, die von einer Frau getötet werden, bekommen keine einzige Jungfrau DARKROOM like dark room, like back room for light-sensitive connections. MAN WITH LITTLE DOG This series is inspired by Anton Chekhov’s short story „ The Lady with the Dog“. „...to snatch more from life than there could be.“ Love as the eternally wooed elixir of life. KATE MOSS WAS SITTING HERE Namedropping, who knows who and who is most important? Let’s go for the good connections of the world. Mr Rorschach knew his Pappenheimers, just like Andy Warhol. DUCKFACE Serie Zeichnung auf Papier raktizierende Menschen des Duckface erhoffen sich durch diese Mimik Sympathie, Attraktivität und Freundlichkeit auszudrücken.
- SKIZZE | katharina-schnitzler
IN DIE SEELE SCHAUN
- FIELD | katharina-schnitzler
FIELD – STOFFE IN DER NATUR TRANSFORMATION SKIZZE
- TRANSFORMATION | katharina-schnitzler
STOFF AUF STOFF - TRANSFORMATION STOFF AUF STOFF – TRANSFORMATION Die Werkreihe Stoff auf Stoff – Transformation beschäftigt sich mit Textilien als Träger von gelebter Geschichte, Nutzung und Veränderung. Stoffe erscheinen hier nicht als neutrale Materialien, sondern als Fragmente von Beziehungen: zur Natur, zum Körper, zu anderen Menschen. Textilien werden aus natürlichen Ressourcen gewonnen und begleiten den Menschen in alltäglichen, oft existenziellen Funktionen — sie schützen, bedecken, wärmen, erinnern. In den Arbeiten dieser Reihe werden diese Stoffe natürlichen Prozessen ausgesetzt: Erde, Feuchtigkeit, Mikroorganismen und Zeit greifen ein, verändern Struktur, Farbe und Festigkeit. Was entsteht, sind Fragmente ehemaliger Gebrauchsgegenstände, deren ursprüngliche Funktion nur noch als Spur vorhanden ist. Transformation wird dabei nicht inszeniert, sondern zugelassen. Zersetzung, Verfärbung und Materialverlust sind keine Störungen, sondern zentrale Akteure. Der Stoff wird durch die Natur zurückgeführt, brüchig, durchlässig, beinahe immateriell. Gerade in dieser Vergänglichkeit liegt eine besondere Schönheit — eine Tiefe, die sich weniger im Sichtbaren als in dem zeigt, was entzogen, verloren oder nur noch zu erahnen ist. Stoff auf Stoff – Transformation verweist so auf zyklische Prozesse von Entstehung, Nutzung und Zerfall. Der Stoff kehrt dorthin zurück, woher er kommt, und bleibt zugleich als Fragment und verdichtete Erinnerung präsent. FABRIC ON FABRIC – TRANSFORMATION The series Fabric on Fabric – Transformation explores textiles as carriers of history, use, and change. Here, fabrics do not appear as neutral materials, but as fragments of relationships — to nature, to the body, and to other people. Textiles are derived from natural resources and accompany humans in everyday, often essential functions — they protect, cover, warm, and evoke memory. In this series, these fabrics are exposed to natural processes: soil, moisture, microorganisms, and time intervene, altering their structure, color, and durability. What emerges are fragments of formerly functional objects, whose original purpose now remains only as a trace. Transformation is not staged but allowed to unfold. Decomposition, discoloration, and material loss are not disturbances but active agents. The fabric is returned to nature, becoming fragile, permeable, almost immaterial. In this very impermanence lies a particular beauty — a depth that is less in what is visible than in what is withdrawn, lost, or only just perceptible. Fabric on Fabric – Transformation thus points to the cyclical processes of creation, use, and decay. The fabric returns to where it came from, yet remains present as a fragment and as a condensed memory.