KATHARINA SCHNITZLER
STOFF AUF STOFF – TRANSFORMATION
Die Werkreihe Stoff auf Stoff – Transformation beschäftigt sich mit Textilien als Träger von gelebter Geschichte, Nutzung und Veränderung. Stoffe erscheinen hier nicht als neutrale Materialien, sondern als Fragmente von Beziehungen: zur Natur, zum Körper, zu anderen Menschen.
Textilien werden aus natürlichen Ressourcen gewonnen und begleiten den Menschen in alltäglichen, oft existenziellen Funktionen — sie schützen, bedecken, wärmen, erinnern. In den Arbeiten dieser Reihe werden diese Stoffe natürlichen Prozessen ausgesetzt: Erde, Feuchtigkeit, Mikroorganismen und Zeit greifen ein, verändern Struktur, Farbe und Festigkeit. Was entsteht, sind Fragmente ehemaliger Gebrauchsgegenstände, deren ursprüngliche Funktion nur noch als Spur vorhanden ist.
Transformation wird dabei nicht inszeniert, sondern zugelassen. Zersetzung, Verfärbung und Materialverlust sind keine Störungen, sondern zentrale Akteure. Der Stoff wird durch die Natur zurückgeführt, brüchig, durchlässig, beinahe immateriell. Gerade in dieser Vergänglichkeit liegt eine besondere Schönheit — eine Tiefe, die sich weniger im Sichtbaren als in dem zeigt, was entzogen, verloren oder nur noch zu erahnen ist.
Stoff auf Stoff – Transformation verweist so auf zyklische Prozesse von Entstehung, Nutzung und Zerfall. Der Stoff kehrt dorthin zurück, woher er kommt, und bleibt zugleich als Fragment und verdichtete Erinnerung präsent.
FABRIC ON FABRIC – TRANSFORMATION
The series Fabric on Fabric – Transformation explores textiles as carriers of history, use, and change. Here, fabrics do not appear as neutral materials, but as fragments of relationships — to nature, to the body, and to other people.
Textiles are derived from natural resources and accompany humans in everyday, often essential functions — they protect, cover, warm, and evoke memory. In this series, these fabrics are exposed to natural processes: soil, moisture, microorganisms, and time intervene, altering their structure, color, and durability. What emerges are fragments of formerly functional objects, whose original purpose now remains only as a trace.
Transformation is not staged but allowed to unfold. Decomposition, discoloration, and material loss are not disturbances but active agents. The fabric is returned to nature, becoming fragile, permeable, almost immaterial. In this very impermanence lies a particular beauty — a depth that is less in what is visible than in what is withdrawn, lost, or only just perceptible.
Fabric on Fabric – Transformation thus points to the cyclical processes of creation, use, and decay. The fabric returns to where it came from, yet remains present as a fragment and as a condensed memory.





